MAUTH


 

 
Aktuelle Hinweise
Skilehrgang in Mauth

Im Februar 2007 und 2009 waren jeweils
alle 10. Klassen im Bayerischen Wald.

2011 werden alle drei 10. Klassen die Pisten und Loipen
in Mauth und Mitterfirmiansreuth erobern.

Wir wünschen jetzt schon viel Spaß

 

Lesen Sie hier Berichte von den bisherigen Skikursen

Im März 1982 führten die Kollegin Christiane Schulze und der Kollege Heino Klemenz erstmals einen Skikurs in Mauth/Bayerischer Wald durch, sie hatten ein entsprechendes Angebot der Bundesbahn genutzt. Mauth hätten wir sonst nicht entdeckt.

Kollege Klemenz hatte so euphorisch über das Skilaufen berichtet, dass sich einige Kollegen an ihre Jugendzeit erinnerten, in der sie auch ein wenig Ski laufen gelernt hatten. Die zweite Reise von Schülern der RS Camper Höhe fand 1984 vom 27.02 bis zum 05.03. statt, da bereits schon mit 4 Abschlussklassen.

Folgende Kollegen machten den weiten Weg - immerhin 870 km - mit: Herr und Frau Rinkenbach, Frau Hemke, Herr Exner, Herr Klemenz und Frau Jagusch, heute Frau Dietz.

Die Fahrt hatten wir selbst organisiert, wir können ja rechnen: Also Bus (2x) , Skikurs und Herberge (Herr Exner nannte und nennt sie heute noch „Kaserne“). Dadurch konnten die Kosten erheblich gesenkt werden.

Nach 12-stündiger Fahrt war man am Ziel. Anfangs hatten wir doch Probleme, uns an die Eigenarten in der Jugendherberge und des Herbergsvaters, Herrn Brämer (ehemaliger Spieß der Gebirgsjäger), zu gewöhnen. Aber im Laufe der nächsten 21 Jahre kamen wir gut miteinander aus.

 

Einige Daten zur Herberge:

96 Betten (ideal für 4 Abschlussklassen)

Es hat lange gedauert, bis wir mit den Essenszeiten klar kamen:

Frühstück:       08.00 Uhr

Mittagessen:    12.00 Uhr

Abendessen:    17.30 Uhr

Zapfenstreich ist um 22.00 Uhr! Der gilt heute immer noch und hat sich aus unserer Sicht bewährt, denn bevor endlich Ruhe einkehrt, vergeht meistens doch noch einige Zeit

Die Ausrüstung (Ski usw.) wird gegen eine Leihgebühr in der Jugendherberge entliehen.

 

 

 

Hier schildern wir den Tagesablauf für die Alpinläufer und dann für die Langläufer:

Am ersten Tag wird am Kirchenlift in Mauth geübt. Dort fließt der meiste Schweiß, man muss mit den schweren Ski und Stiefeln zu Fuß bis zum Hang laufen.

Der nächste Tag beginnt wie folgt: Die Abfahrer besteigen um 8.45 Uhr den Bus, nachdem sie mühevoll die Ausrüstung verstaut haben. Etwa 15 Minuten später erreichen wir das Skigebiet von Mitterfirmiansreuth, auch „Mitterdorf“ genannt. Es folgt ein kurzer Anstieg zum Schlepplift am kleinen Almberg. Oben am Gipfelkreuz kann man dann die verschiedenen Skihänge erreichen.

Wir bleiben die ersten Tage am Almwiesenlift, hier heißt es üben, üben...   

Später werden die rote und auch die schwarze Piste (Kießlinger Lift) befahren.

Die Gruppen werden von Skilehrern vor Ort betreut. Das hat sich bewährt, es waren oder sind häufig dieselben, die wir schon seit 20 Jahren kennen.

Gegen 12.00 Uhr machen wir Mittagspause. Wer will, besucht einen der Gasthöfe am Skihang. Nach einer Stunde geht’s dann weiter, etwa bis 15.00 Uhr, das ist aber wetterabhängig. Wir fahren mit dem Bus zurück zur Jugendherberge, viele Schülerinnen und Schüler sind dann auch ganz schön geschafft.

Um 17.30 Uhr gibt es warmes Abendessen, danach genießen alle die Freizeit.

Spätestens um 21.45 Uhr ist die allgemeine Rückkehr in die Herberge angesagt und alles stapft durch den Schnee zurück zur Jugendherberge, natürlich auch die Lehrerinnen und Lehrer. Diese Zeit wurde bis auf sehr wenige Ausnahmen eingehalten.

Am letzten Tag findet das Abschlussrennen statt und begeistert immer alle Teilnehmer.

Hier folgt nun der Tagesablauf der Langläufer:

Die Langlaufgruppe trifft sich nach dem Frühstück vor der Herberge. Dort wartet, wie immer in den letzten Jahren, der Skilehrer Hans auf seine Schüler. Er kann schon am ersten Tag jeden Schüler mit seinem Vornamen ansprechen und hat schon vielen Stader Schülern und Lehrern das Laufen beigebracht. Besonders Lehrerinnen und Schülerinnen sind von ihm begeistert. Die Ski werden geschultert und es geht zu Fuß zum Langlaufgelände.

Am Start der „Dreikönigsloipe“ werden nach einer kleinen Aufwärmgymnastik die Bretter angeschnallt, dann kann es endlich losgehen. Am Anfang müssen zunächst einzelne Elemente des Langlaufs eingeübt werden:

Diagonalschritt, Doppelstockeinsatz, Spitzkehre, Treppen steigen, Kurven fahren, Spurwechsel – und ganz wichtig, Backenbremse und Schneepflug. Die Mittagspause wird in der Jugendherberge verbracht. Am Nachmittag stehen alle wieder auf den Langlaufbrettern.

Sonnenschein und beste Schneeverhältnisse laden dazu ein, den 5km Rundkurs zu bewältigen, was alle ohne Probleme schaffen. Eine Steigerung bietet die 10km-Loipe mit herrlichen langen Abfahrten und kurzen Anstiegen. Gruppen mit höherem Anspruch können auch 20 km laufen, was erfreulicherweise wieder 2005 der Fall war. In den Pausen wird der Proviantrucksack geöffnet und Hans erzählt über den Bayerischen Wald, macht Zaubertricks und sagt Gedichte auf.

Es soll sogar Lehrer geben, die bei dieser Gelegenheit den „Wolpertinger“ gesehen haben! Den Abschluss des Kurses bildet ein Wettrennen über 5km. Die Sieger dürfen abends auf das „Stockerl“ und alle bekommen zur Erinnerung eine Urkunde.


Ein bisschen Statistik darf nicht fehlen.

Die optimalen Bedingungen (Schneesicherheit, Preisgünstigkeit) haben dafür gesorgt, dass Klassen unserer Schule seit 1982 insgesamt 15mal in Mauth waren. Dabei hat sich ein Team von Kollegen gebildet , das immer wieder gefahren ist:

Es sind die Kolleginnen Frau Dietz, Frau Hemke, Frau Glatz und die Kollegen Herr Exner, Herr Golsch, Herr Mennecke, Herr Prüfer und Frau Mennecke mehrmals als Begleitung.

41 Klassen konnten in den Genuss des Schnees kommen, etwa 720 Schüler haben doch recht ordentlich Ski laufen gelernt. Die Rückmeldungen waren (sind) fast immer positiv. Man könnte noch viel berichten, aber das verbietet der Datenschutz!

Ernste Verletzungen sind  bis auf einen Bänderriss und einfache Platzwunden nicht aufgetreten.

In der Herberge hat ein Generationenwechsel eingesetzt, Herr und Frau Brämer sind in den Vorruhestand gegangen, es kommen neue und jüngere Gesichter.

So auch bei uns: Steffen Hamann, der bereits 2003 mit war (Fr. Böhme und Fr. Völkening ebenfalls) und 2005 als Herminator aus der Wingst sein Können zeigte, wird den Skistock übernehmen und die Aktion 2007 fortführen.

R.G. Exner,  J. Mennecke


So viel Schnee! - Mauthbericht 2005

Unsere Abschlussfahrt begann mit einer 12-stündigen Busfahrt. Sie verlief einigermaßen reibungslos und verhältnismäßig ruhig, was eigentlich nicht sonderlich typisch für uns ist. Wirklich unruhig wurde es erst, als wir merkten, dass wir schon fast in Mauth waren. An der Jugendherberge angekommen, befreiten wir den Bus von unserem Gepäck.  Zu diesem Zweck bildeten wir eine wunderschöne Koffer-Auslade-Kette. Unter chaotischen Umständen bezogen wir unsere Zimmer.

Später suchten wir uns unsere Skier aus, die wir dann unter Einsatz unseres Lebens in den Skikeller beförderten. Dieses Vorhaben forderte viele Leichtverletzte. Um zehn(!) Uhr gingen wir unter Protest ins Bett. Der nächste Morgen begann um halb acht. Nachdem Frau Glatz uns dazu aufgefordert hatte, schmissen wir uns in unsere Skiklamotten und trotteten zum Frühstück. Nach dem Essen schulterten wir unsere Skier, zogen unsere furchtbar unbequemen Skischuhe an und stapften zum "Idiotenhügel" hinauf.

Dort teilten wir uns in Gruppen auf, lernten unsere Skilehrer kennen und fuhren zum ersten Mal in unserem Leben Ski. Während die Lehrer und eine Handvoll Schüler bereits Ski fahren konnten, ging es uns in erster Linie darum, den Berg runterzukommen, ohne uns ernsthaft zu verletzen. Nachdem hier bereits die ersten Schüler das Ende ihrer Ski-Karriere gesichtet und sozusagen den "Skistock geworfen" hatten, beendeten wir unser erstes Skitraining.

Am Abend probierten wir das, was wir an jedem Abend der restlichen Woche taten: Langeweile vertreiben! Das machten wir, indem wir uns in mehreren Gruppen zusammenfanden. Wir lauschten Lesungen unserer Mitschüler, warfen mit Plastikflaschen durch die Gegend oder aktivierten ungewollter Weise den Feueralarm.

Am nächsten Tag fuhren wir dann ins "richtige" Skigebiet nach Mitterfirmiansreuth. Ein toller Schlepplift beförderte uns auf den Gipfel. Diese Liftfahrten waren komplizierter, als es sich anhört: Viele kippten um oder verpassten die Ausfahrt und mussten sich hinwerfen, damit sie nicht gegen ein Hindernis fuhren. Oben angekommen durften wir unseren ersten richtigen Berg runtersausen. Zumindestens fast! Erst einmal mussten wir uns Belehrungen anhören. Von da an wiederholte sich eigentlich alles: Berg runter - Skilift hoch - Berg runter - Skilift hoch! Und das immer schön im Gänsemarsch!

Mittags aßen wir in einem urbayrischen Gasthof. Danach wiederholte sich die Prozedur für die nächsten zwei Stunden. Zwischen 15 Uhr 30 und16:00 Uhr waren wir wieder in der Jugendherberge. Am Dienstag gab es eine Auszeit vom vielen Weiß.

Wir fuhren nach Passau! In der Hoffnung, einige Einkäufe tätigen zu können und dann mit gefüllten Einkaufstüten in den  Bus steigen zu können, fuhren wir gut gelaunt los.

Doch als wir in Passau ankamen, ereilte uns ein böses Schicksal: Alle Geschäfte hatten geschlossen, denn es war Faschingsdienstag!

 

Statt zu shoppen hieß es dann entweder Kultur zu erleben und den Passauer Dom zu besichtigen oder sich ins nächste Café zu verdrücken, um dem Jugendherbergsflair - inklusive dessen Essen - zu entkommen. Für uns war es trotzdem eine willkommene Abwechslung. 

Mittwoch und Donnerstag fuhren wir wieder Ski, wobei sich spätestens dann zeigte, wer Talent hatte und wer nicht. Während die ersten übermütig wurden, stumpf den Berg herunterrasten und dabei  auch mal den einen oder anderen Unbeteiligten mitrissen, fragten sich die weniger Talentierten, wieso sie ständig von kleinen dreijährigen Kindern überholt wurden.

Das war nicht sonderlich ermutigend! Nach und nach lichteten sich auch die Gruppen, es gab wohl keine, die nicht mindestens einen Kranken oder Verletzten zu beklagen hatte. An unserem letzten Tag im Skigebiet überraschte uns zum ersten Mal schlechtes Wetter. Es war neblig und schneite, was das Skifahren nicht unbedingt leichter machte.

An diesem Tag fand noch ein kleiner Wettkampf statt, bei dem wir zeigen konnten, was wir in der vergangenen Woche gelernt hatten. Überraschenderweise gewannen hier auch Leute, deren Skikünste am Anfang doch sehr zu wünschen übrig ließen und die am liebsten gleich nach den ersten paar Minuten das Skifahren aufgegeben hätten. An dieser Stelle wollen wir diesen Schülern und allen anderen Siegern noch einmal einen besonderen Glückwunsch aussprechen und ihnen gratulieren!

Innerhalb von nur fünf Tagen hatten wir alle einigermaßen Ski fahren gelernt und können es jetzt zumindest mit verhältnismäßig kleinen (Ski-)Hügeln aufnehmen.

Es gab übrigens auch dreizehn Schüler, die es mehr in die Wälder als auf die Berge gezogen hatte. Die Langläufer beklagten zwar auch zwei Verletzte, die nicht mehr mitfahren konnten, aber die übrigen schafften als allererste Gruppe, die je von unserer Schule aus nach Mauth gefahren war, die 20- Kilometertour durch den Bayerischen Wald.

Leute, wir sind stolz auf euch! Im Großen und Ganzen war´s das von unserer Abschlussfahrt nach Mauth. Auf die kleinen Schülergeheimnisse wollen wir hier lieber noch nicht eingehen, wir wollen nicht noch nachträglich riskieren, Stress mit den Lehrern zu bekommen, denn während der Klassenfahrt war das Lehrer- Schülerverhältnis als weitgehend friedlich einzustufen.

Die Rückfahrt von Mauth nach Stade verlief genauso schleppend und unspektakulär wie die Hinfahrt. Wir freuten uns alle auf zu Hause und vor allem auf unsere eigenen Betten.

Abschließend sprechen wir wohl für alle, wenn wir sagen, dass unsere Abschlussfahrt ein schönes Erlebnis war und dass wir sie wohl nicht so schnell vergessen werden, auch wenn wir die Schule bereits verlassen haben.

Jana Lange, Svenja Rieger, Annika Detjen, Ronja Zengel