Reisebericht des Seminars “Von der Wende bewegt”

14.12.2009


 

Am 14.12.2009 brachen wir mit 14 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 mit der Bahn in Richtung des kleinen Ortes Hütten in Thüringen auf, um einen Dokumentarfilm über die Zeit der Wende und das Leben in der DDR zu drehen. Begleitet wurden wir von Herrn von Garrel. Dort trafen wir nach einer langen Zugfahrt in der Nähe von Jena ein.

Vom Bahnhof aus ging es anschließend noch ca. 10 Minuten mit dem Auto in unsere Herberge, die Jugendbildungsstätte Hütten.

Nach der Zimmerauswahl ging es direkt zu einer kleinen Mahlzeit (Nudeln mit Tomatensoße) und anschließend zu einer kurzen Kennlernrunde und unterhaltsamen Spielen bei der sich “Ossis” & “Wessis” (Wir Schüler der Realschule Camper Höhe und die Schüler des Angergymnasiums aus Jena) nach einiger Unsicherheit schließlich näher kennenlernen konnten. Später am Nachmittag begannen wir mit der Themenarbeit im Bereich Geschichte der DDR, um alle Teilnehmer auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Danach ging es zum Abendessen, was einigen Teilnehmern im Verlauf der folgenden fünf Tage schwer zu schaffen machte, da es zwar lecker war, es aber nur fleischfreie, vegetarische Mahlzeiten gab.

Während der verbleibenden Tage wurde sowohl die Arbeit mit der Kamera geübt als auch Interview-Techniken erlernt und verbessert. Die Abende wurden entweder zur freien Gestaltung, Kommunikation Ost-West oder zu gemeinsamen DVD-Abenden  genutzt, wobei sowohl Dokumentationen (z.B. „Das Wunder von Leipzig“) als auch Spielfilme (z.B. „Das Leben der anderen“) auf dem Programm standen.

Zu den Höhepunkten der Woche zählten sowohl die Studiointerviews  mit geladenen Zeitzeugen aus der Zeit des Widerstands als auch der Besuch der Stadt Gera, bei dem wir mit einer Kamera “bewaffnet” auf Passanten zugingen, um diesen nach Möglichkeit einige Antworten zum Thema „Leben in der DDR“ zu entlocken. Dies erwies sich bei Temperaturen um die 0 Grad als schwierig, war aber letztlich, aufgrund der erlernten Interviewtechniken, von Erfolg gekrönt. Zu den weiteren Aktivitäten in der Stadt zählte der Besuch des ehemaligen Stasi-Archivs, wo wir die Möglichkeit bekamen in einige Akten hineinzusehen.

 

Am letzten Tag gab es nach durchweg positiven Feedbacks zu allen Themen (dem vegetarischen Essen wurde nicht ganz so stark zugesprochen) noch eine kleine spontane Party zum Abschluss. Nach sehr unterhaltsamen aber auch sehr arbeitsintensiven Tagen ging es gegen Mittag am 18.12.2009 wieder zurück in Richtung Stade.

Im Januar und Februar kommunizieren und arbeiten wir mit unseren neuen Freunden aus Jena sowie den Teamern aus Hütten und Hüll aufgeteilt in verschiedene Themengruppen über eine E-Learning-plattform.

Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen im März in der Jugendbildungsstätte ABC-Hüll, bei welchem wir unsere Dokumentation schneiden, vertonen sowie fertigstellen und einen schönen Abschluss für das jetzt schon gelungene Projekt finden wollen.

Jan Busch

Stade, den 02.02.2010

 
Der Film "Der Weg in die Freiheit"

 

 

10 Tage gemeinsam in OST und WEST
+ 72 Tage Recherche im WWW
= 19 min „DER WEG IN DIE FREIHEIT"

 

Eine Spurensuche von Schülerinnen und Schülern aus Thüringen und Niedersachsen unter dem Arbeitstitel „Von der Wende bewegt".

 

Die Teilnehmenden beschreiben ihren Film als ein Werk über

„das Leben in der ehemaligen DDR, Diskriminierung und Verstoßung. Verfolgung und Widerstand, den Fall der Mauer, die Wiedervereinigung Deutschlands und die Frage nach Wahrheit und Freiheit."

Der Film ist entstanden im Projekt „Blended Learning DDR: Von der Wende bewegt" des Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) als Kooperationsprojekt der Jugendbildungsstätte Hütten und des ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. in Hüll.

 

 

siehe hierzu auch den Presseartikel:

Hausmeister erlebt das totalitäre Regime